"An Indian Experience"

Von Menschen und Gastfreundschaft in Indien

Das Thema „Indien“ beschäftigte den Englischkurs 2e1 über mehrere Wochen, aber der indische Pater Sagar Mennekanti, Kaplan der Pfarrei St. Jakob in Friedberg, rundete das Thema bei seinem Besuch unseres Unterrichts mit Wissen „aus erster Hand“ anschaulich und lebendig ab.

Pater Sagar stammt aus Südindien und berichtete unserem Kurs auf Englisch von den großen Unterschieden zwischen den Provinzen und vor allem den Sprachen: da es mehr als 22 offiziell anerkannte Sprachen und noch viele hunderte unterschiedliche Dialekte gibt, verwenden seine Landsleute meist Englisch, um sich miteinander zu verständigen.

Er gab dem Kurs danach einen Einblick in die Politik seine Heimatlandes und das moderne Kastenwesen, sprach über Geschichte und die großen Unterschiede zwischen den einzelnen Landesteilen und erzählte, dass aufgrund der großen Bevölkerungsdichte in den Städten eine Strecke von 10 km auf dem Motorrad – das dort alle benutzen – schon einmal gut und gerne zwei Stunden dauern könne. Auch der Kirchbesuch ist ein anderer: in Indien sind die Kirchen zwar klein, aber äußerst gut besucht, in Deutschland gibt es große Kirchen, aber wenige Menschen gehen heute noch zur Messe. Er erläuterte auch, dass die vielen verschiedenen Religionen in Indien jeweils Feste feiern, an denen Menschen anderer Glaubensrichtungen selbstverständlich auch teilnehmen - man feiert immer gemeinsam.

Auf die Frage nach den größten Unterschieden zwischen seiner Heimat und Deutschland antwortete Pater Sagar, dass sich die Menschen in Indien immer Zeit für andere nähmen – der Mensch steht dort im Mittelpunkt und Gastfreundschaft ist dort selbstverständlich. Hier sind die Menschen sehr stark in Abläufe eingebunden und nähmen sich seltener Zeit für andere. Am meisten vermisst er die warmen Mahlzeiten, denn in Indien wird immer warm gegessen und die deutsche Brotzeit ist kein echter Ersatz dafür!

Der Kurs bedankte sich am Ende bei Pater Sagar Mennekanti dafür, dass er sich die Zeit genommen hat, sein Heimatland Indien in unserm Klassenzimmer aufleben zu lassen.

Dhanyavaad – Dankeschön!

Dr. Sabine Winkelmann