So einfach geht nachhaltig

Vor einigen Jahren gründete Fabian Frei sein eigenes Modelabel. Am Gymnasium Friedberg schildert er seinen unkonventionellen Werdegang.

Angefangen hat alles in Neuseeland, erzählt Fabian Frei den Zwölftklässlern des Gymnasiums Friedberg, die sich im P-Seminar Italienisch seit Beginn des Schuljahrs 2017/18 mit dem Thema Mode beschäftigen. Nach seinem Abitur am Gymnasium Friedberg entschied sich der inzwischen Dreißigjährige, der eigentlich Basketballer werden sollte, für neun Monate „Work and Travel“ am anderen Ende der Welt. Vom entspannten Lebensstil, dem er und seine Freunde in Neuseeland begegneten, inspiriert, entstand die Idee, eine eigene Modemarke zu gründen. Wie viele junge Start-Up-Unternehmer hat auch Fabian Frei klein angefangen. Bevor die ersten Druckmuster entstehen konnten, musste viel Geld und Zeit investiert werden, keine leichte Aufgabe für einen Maschinenbaustudenten. In einem 24 Quadratmeter großen Atelier, das mit nur einem Schreibtisch für zwei kreative Köpfe ausgestattet war, wurde binnen kürzester Zeit das erste Motiv – kleine Männchen – entworfen und auf zugekaufte Shirts gedruckt. „Du musst in der Mode richtig schnell sein“, sagt Fabian Frei. Er und der Mitgründer der Marke „Degree“ arbeiteten hochmotiviert an ihrem großen Traum. Sie wollten unabhängig sein, eigene und nachhaltige Kleidung verkaufen und etwas Besonderes kreieren. Deshalb machten sie sich auf den Weg nach Portugal, um dort einen geeigneten Hersteller zu finden. Die erste Kollektion entstand in nur drei Stunden am Abend vor dem ersten Termin. Dort wurden die ambitionierten jungen Männer erst einmal enttäuscht. In der Modewelt spielt faire Bio- Kleidung nahezu keine Rolle, niemand möchte produzieren. „Da wirst du halt belächelt“, erinnert sich der Unternehmer. Doch nach und nach konnte sich „Degree“ etablieren, die Firma expandierte und es wurde immer mehr produziert. Rohstoffe wie Baumwolle bezieht „Degree“ nur aus Frankreich und der Türkei. Selbstverständlich sind sämtliche Materialen bio-zertifiziert. Produziert wird nur in Deutschland und Portugal, um lange Transportwege zu vermeiden. Eine Produktion beispielsweise in Indien lehnt Fabian Frei strikt ab. Er erklärt den Schülern, dass die Wege zum Beispiel von der Baumwollplantage bis zum T-Shirt im Laden bei seiner Mode rund 24mal kürzer als bei konventioneller Mode ist. Das Label hebt sich deutlich von anderen Bio-Herstellern ab, da es sehr außergewöhnliche Produkte auf den Markt bringt. So gibt es beispielsweise eine provokante Nordkorea-Kollektion, die gar nicht ins typische Bild von nachhaltiger Kleidung passt. „Degree“ hat auch den weltweit ersten fairen Haargummi produziert. Mittlerweile beliefert die Marke mehr als 100 Händler in Deutschland und hat sich einen Namen im Modegeschäft gemacht. Fabian Frei und sein Team sind auf zahlreichen Messen aktiv, um den Menschen nachhaltige, aber trotzdem trendige Mode nahezubringen und „Degree“ noch bekannter zu machen. Zum Schluss seiner interessanten und unterhaltsamen Ausführungen gibt Fabian den Schülerinnen und Schülern noch einen Tipp mit auf den Weg: „Wenn ihr einen Traum oder eine Idee habt, dann zögert nicht lang, sondern traut euch und legt los!“

Chiara Ferner / Foto: Benjamin Weindl