Indien: Wo die Züge auf ihre Passagiere warten

Am Tag nach den Pfingstferien „besuchte“ Basil Raphael, ein junger Inder, der in Liechtenstein Architektur studiert, unseren Englischkurs der Q11 virtuell.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Kurses hatten sich jeweils Aspekte des Themas „Indien“ gewählt, die sie besonders an diesem facettenreichen Land interessierten und die gefundenen Informationen durch Referate mit dem Kurs geteilt. Basils „Aufgabe“ bestand nun darin, uns die Vielfältigkeit seines Heimatlandes aus erster Hand näherzubringen und Fragen der Kursteilnehmer als „Profi“ zu beantworten.

Obwohl es 22 offizielle Sprachen für die fast 1.4 Milliarden Menschen gibt, ist Englisch die Sprache, die über die Grenzen der einzelnen Bundesstaaten hinweg zur gemeinsamen Verständigung genutzt wird – so auch mit uns, in unserem deutschen Klassenzimmer. Basil erzählte uns, dass, da Schach in Indien erfunden wurde, die meisten Kinder schon im Alter von 3-4 Jahren Schach beigebracht bekommen, da dies die mathematischen Fähigkeiten schult. Deshalb sind viele Inder so herausragend in Mathematik, das sie ebenfalls im Kleinkindalter beginnen zu lernen! Mit zunehmendem Alter spielen zwar weniger Kinder Schach, Cricket als Nationalsport jedoch ist ein Muss für jeden Inder – man spielt immer und überall! Indien ist auch das Land der Festlichkeiten: es wird viel und ausgiebig gefeiert, wobei alle Konfessionen jedes Fest miteinander feiern. Hochzeiten kommt dabei eine besondere Bedeutung zu: Basils Schwester hatte über mehrere Tage mit 4000 Gästen gefeiert und manche Hochzeiten dauern bis zu einem Monat! Um pünktlich zu solch einer Feier zu kommen bedarf es eines gewissen Vorlaufs, denn Züge in Indien haben keinen Fahrplan, sie warten, bis der letzte Passagier eingestiegen ist und das kann dauern!

Auf die Frage, was Basil am meisten an Indien vermisst, kam die prompte Antwort:  „My mom´s cooking!“ Regional gibt es große Unterschiede in den Gerichten – Gewürze sind jedoch überall die Grundlage für gutes Essen und auch in den Tee gibt man neben Knoblauch noch viele andere Gewürze, um ihm eine besondere Note zu verleihen. Die Mahlzeiten selbst werden auf großen Blättern angerichtet und man isst mit den Fingern – schließlich muss man laut Basil sein Essen „fühlen“. 

Dank der vielen weiteren Einblicke, die uns Basil Raphael über sein Heimatland Indien gegeben hat, verbrachten wir kurzweilige zwei Stunden und waren danach um viele Eindrücke und Impressionen reicher und von plötzlichem Fernweh ergriffen!

Ein herzliches Dankeschön an Basil Raphael nach Liechtenstein!

Dr. S. Winkelmann