Theaterprojekt der 5C

Ein Mensch vor dem Gericht der Tiere

Gespannte Erwartung liegt über dem Saal. Eine Verhandlung beginnt. Der Löwe als Richter versammelt am Tag des Gerichts die bedrohte und ausgebeutete Tierwelt vor seinem Stuhl, um den Menschen zur Rechenschaft zu ziehen. In Tränen aufgelöst berichtet die Igel-Witwe des gerade überfahrenen Kasimir von ihrem Leid. Auch die aufgebrachte Legehenne, die ihr Ende als Brathuhn geradezu herbeisehnt, kommt im Stück „Der Mensch vor dem Gericht der Tiere“ zu Wort, ebenso wie der gefährdete Eisbär, die listige Schlange oder der empörte Frosch.

Diese Spielanregung findet sich in unserem Deutschbuch 5, (Cornelsen Verlag) dort mit offenem Ausgang. Die Schülerinnen und Schüler der Klasse 5c nahmen sich in Teamarbeit der Vorlage an und führten das Projekt am 7. Februar im Mehrzweckraum vor Eltern, Großeltern, Lehrern und zahlreich erschienenen Mitschülern erfolgreich auf.

Die Autorin Helen Gori, geboren 1949, hat uns mit diesem Stück ein Drama zum Weiterspielen vorgelegt, das bei aller Ernsthaftigkeit der Thematik auch Spiel- und Wortwitz aufweist. Wer ist Gewinner, wer Opfer des Menschen? Gilt auch die Zeugenaussage des Hundes, der – als sprichwörtlich bester Freund des Menschen – ja wohl kaum objektiv ist? Ist er nicht ein „Mensch im Hundepelz“? Und wie sieht es mit der Schlange aus? Hat nicht auch sie – schon damals im Paradies – alles ruiniert, indem sie daraus einen „Schweinestall“ machte? „Stopp! Ich protestiere!“, ruft das Schwein aufgebracht und korrigiert: „Einen Menschenstall!“  Ausgehend von dieser Spielsituation muss ein Mensch, stellvertretend für uns alle, Verantwortung übernehmen dafür, wie rücksichtslos er mit seinen Mitgeschöpfen umgeht.

Engagiert führten die Schülerinnen und Schüler der Klasse 5c das Gerichtsspiel nun in gemeinsamer Arbeit zum veganen Ende. Neben dieser tierfreundlichen Ernährungsverordnung für den Menschen sieht der Urteilsspruch des Löwen auch lebenslängliche Sozialstunden im Tierheim vor. Die Besucher der spritzigen Aufführung belohnten die Akteure nicht nur mit lebhaftem Applaus, sondern folgten auch großzügig dem Spendenaufruf zugunsten des Tierheims an der Lechleite. Ein Betrag von knapp über 90 Euro konnten dorthin überwiesen werden.

Ulrike Lampart