Austausch mit Giaveno 2019

Benvenuti in Italia! Wie jedes Jahr ging es auch heuer für knapp zwanzig Schülerinnen und Schülern der elften Klasse nach Italien, genauer gesagt in das beschauliche, typisch italienische Städtchen Giaveno bei Turin. Seit gerade einmal eineinhalb Jahren lernen wir die Sprache, deshalb waren wir alle in den Wochen vor dem Austausch etwas nervös. Würden wir die Italiener verstehen und sie uns? Am 27. März war es endlich so weit, wir traten die Reise in die wunderschöne Region Piemont in Norditalien an. Nach knapp neun Stunden Fahrt wurden wir von unseren Austauschpartnern in Giaveno erwartet. Die Spannung stieg, wir sahen uns schließlich zum allerersten Mal. Gleich bei der Begrüßung bekamen wir die freundliche, unkomplizierte Art der Italiener zu spüren, die uns alle euphorisch empfingen. Am Abend durfte dann jeder die Familie des Austauschpartners kennenlernen und ein Abendessen von „Mamma“ genießen. Die Herzlichkeit der Italiener war einfach überwältigend.

Am Donnerstag stand für uns und die Austauschpartner Kultur auf dem Programm. Mit dem Bus ging es auf rund 2000 Meter Höhe – der Ausblick auf die bezaubernde Landschaft war atemberaubend – zur „Sacra di San Michele“, eine der wichtigsten Abteien für Katholiken in ganz Europa, die jedes Jahr unzählige Besucher aus aller Welt anzieht. Gebaut auf – oder besser gesagt integriert in – Felsen, hörten wir die jahrhundertealte Geschichte des Bauwerks, natürlich auf Italienisch. Im Anschluss ging es zur „Forte di Fenestrelle“, der größten Befestigungsanlage Europas und zweitgrößtem Mauerwerk nach der Chinesischen Mauer. Die untergehende Spätnachmittagssonne tauchte die umliegenden Berge in ein magisches Licht.

Am nächsten Tag fuhren wir mit dem öffentlichen Stadtbus nach Turin, das mehr als doppelt so groß wie Augsburg ist. Ein Guide zeigte uns alles, was man gesehen haben muss, wenn man in Turin ist: die Kirche, in der, laut christlichem Glauben, das Grabtuch Jesus´ ausgestellt ist, „Palazzi“ und natürlich die „Mole Antonelliana“. Sie sollte ursprünglich eine Synagoge werden, heute beherbergt das höchste Bauwerk Italiens mit seiner außergewöhnlichen Bauweise das Filmmuseum. Auch dort bekamen wir eine Führung, bevor wir ins Wochenende entlassen wurden.

Das Wochenende in den Familien stand zur freien Verfügung. Einige besuchten das Ägyptische Museum, nach Kairo das zweitgrößte. Andere fuhren nach Mailand und besichtigten den weltberühmten Dom und die Oper „Scala“. Zur Entspannung nach einem anstrengenden Programm trafen wir uns mit anderen Italienern, backten Pizza, spielten Spiele oder gingen einfach nur mit unseren Familien zum Essen in eine traditionelle italienische Pizzeria.

Der Montag, nach einem erlebnisreichen Wochenende, war für viele von uns das geheime Highlight des Austauschs. Nach einer dreistündigen Busfahrt erreichten wir… das Meer! Verwöhnt von den frühsommerlichen Temperaturen war der Tag am Meer eine Wohltat. Auf einem kleinen Schiff konnten wir Sonne tanken, während wir von einem malerischen Fleckchen Erde zum nächsten schipperten. Portofino, Santa Margherita und viele weitere pittoreske Orte ließen uns die wahre Lebensfreude spüren. Einige Mutige wagten sich sogar ins kühle Nass.

Der Dienstag war bereits unser letzter Tag in Bella Italia. Vormittags besuchten wir zusammen mit unseren Austauschpartnern den Unterricht. Genau wie wir werden sie nächstes Jahr ihren Abschluss machen, der mit dem Abitur vergleichbar ist. Am Nachmittag führten uns die italienischen Schüler selbst durch Giaveno und erzählten uns die Geschichte von „I Promessi Sposi“, dem historischen Roman schlechthin in Italien. Zum Abschluss unseres Aufenthaltes in Italien gab es am Abend eine große Abschlussparty. Und da wird dann auch einfach mal so die italienische Nationalhymne gespielt. Es wurde getanzt und viel gelacht, in der kurzen Zeit waren enge Freundschaften entstanden.

Umso getrübter war dann am nächsten Morgen die Stimmung, als es hieß: Arrivederci… Auch diese unvergessliche Woche ging leider zu Ende und wir mussten uns von unseren Familien und Austauschpartnern verabschieden. Der Abschied fiel nicht leicht, es flossen sogar ein paar Tränchen. Wir freuen uns schon, die Italiener im September bei uns begrüßen zu dürfen und unsere neu gewonnen Freundschaften, von denen einige sicher lange halten werden, vertiefen zu können.

Chiara Ferner, Q11