Ungewöhnlicher Ausstellungsbesuch

GymnasiastInnen geben MitschülerInnen Einblicke in die bayerische Stadt der Vormoderne

Trotz Corona-bedingter Einschränkungen gab es gleich zu Beginn des Schuljahres eine tolle Aktion an unserem Gymnasium: Alle SchülerInnen, knapp 700 an der Zahl, besuchten an einem einzigen Vormittag die Bayerische Landesaustellung zum Thema „Stadt befreit. Wittelsbacher Gründerstädte“. Die Besonderheit: Die Ausstellung wurde den SchülerInnen nicht wie üblich von Museumsführern gezeigt, sondern von ExpertInnen aus ihren eigenen Reihen.

Schon im letzten Schuljahr hatten wir, 20 interessierte und engagierte SchülerInnen der Jahrgangstufen sieben bis elf, uns bereit erklärt, bei der Aktion „Schüler führen Schüler“ mitzumachen. In einem Informationsseminar sowie mehreren Besprechungstref­fen bereiteten wir uns, unterstützt durch Herrn Riedl und Herrn Fischer vom Organisationsteam der Landesausstellung, auf unsere verantwortungsvolle Aufgabe vor. Aufgeteilt in Zweiergruppen widmeten wir uns verschiedenen ausgewählten Ausstellungsstationen rund um das Thema vormoderne Städte in Bayern.

Am Besichtigungstag durften die SchülerInnen, in Kleingruppen aufgeteilt, von Station zu Station gehen und wurden dort über die Ausstellungsstücke informiert. Zu den Exponaten gehörten auch Kuriositäten wie ein Latrinensitz – Deckel einer wahren Schatzkiste für Mittelalterarchäologen –, ein gewaltiges Türmerhorn, das Gemälde einer Apostelpredigt, das sich dank kenntnisreicher Erklärungen als eine Art Modeschau der spätmittelalterlichen Stadtgesellschaft herausstellt, sowie eine Münchner Stadtansicht aus dem 18. Jahrhundert mit „gefakter Skyline“. Trotz des Zeitplans, der aus Pandemiegründen sehr eng gestrickt war und im Fünf-Minuten-Takt eine neue Gruppe in die Ausstellung schickte, wurde die Aktion dank hervorragender Organisation ein voller Erfolg.

Pia Hammerl (10A), Oktober 2020