Oberstufenexkursion Physik

Exkursion in die radiologische Abteilung des Klinikums Augsburg

Es ist nun schon einige Jahre an unserer Schule Tradition, dass für naturwissenschaftlich interessierte Schüler(innen) im Herbst eine Physikexkursion stattfindet. Auch wenn diese außerhalb der Unterrichtszeit angeboten wird und die Teilnahme nicht verpflichtend ist, gab es dieses Mal wieder 16 Schüler(innen), die am Freitag, den 27.9.2019 nachmittags in Begleitung von Frau Schmidt, Herrn Schmid und Frau Hammerl zur Uniklinik Augsburg fuhren.
Bei Radioaktivität denkt jeder zunächst an schreckliche Unfälle wie Tschernobyl oder Fukushima. Daher wundert es nicht, dass ein Großteil der Bevölkerung große Angst vor allem hat, was mit radioaktiver Strahlung in Verbindung gebracht wird. Kaum jemand bedenkt, dass genau diese Strahlung im medizinischen Bereich hervorragende Möglichkeiten zur Diagnose bzw. Therapie von Krankheiten bietet.

In einem anfänglichen Vortrag des dortigen Strahlenphysikers Dr. Wengenmayer wurden zunächst nochmal die physikalischen Grundlagen über Alpha-, Beta- und Gammastrahlung geklärt. Danach erläuterte der Referent ausführlich, warum man Patienten zur Tumorerkennung zunächst Gammastrahlung in Verbindung mit Glukose injiziert. Da Tumore besonders viel Glukose verstoffwechseln, lagert sich das radioaktive Präparat, das dem Zucker angeheftet wurde, vor allem in den Bereichen mit Tumorzellen an. Detektiert man im Anschluss die aus dem Körper des Patienten austretende Gammastrahlung, kann man die Verteilung und Größe der Tumore ausmachen.
Doch nicht nur zur Diagnose, sondern auch zur Therapie mancher Krebsarten oder Schilddrüsenerkrankungen werden ionisierende Strahlen ausgenutzt. Im letzteren Fall kann das Radiopharmakon z.B. an Jod angeheftet werden, das sich in der Schilddrüse anlagert und dort einen Teil des Gewebes zerstrahlt.

Im Anschluss an den Vortrag durften die Teilnehmer einige interessante Geräte der Nuklearmedizin besichtigen. So besitzt die Uniklinik zum Beispiel ein neues Hochleistungs-PET/CT, dessen Anschaffungskosten 2,5 Millionen Euro betrugen. Auch die „Hexenküche“, in der die meisten Radiopharmaka selbst hergestellt werden, konnte besichtigt werden.
Als Abschluss der Exkursion wurden den Teilnehmern reale Patientenaufnahmen gezeigt und von einer Nuklearmedizinerin ausführlich erläutert.

Dieser Besuch der Klinik für Strahlentherapie war ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wie die Physik, die in der Oberstufe unterrichtet wird, in der Medizin zur Anwendung kommt.


Stefanie Hammerl