Können wir mit unserer Kleidung nachhaltig handeln?

Schüler des SGF auf den Spuren der Textilproduktion

Im Rahmen des Lehrplanthemas „Nachhaltigkeit“ setzten sich die Schüler und Schülerinnen der Klasse 8c des Sozialwissenschaftlichen Zweiges mit der Textilproduktion auseinander. Nach einer ersten Sichtung im eigenen Kleiderschrank, bei welcher die T-Shirts oder eigentlich die Kleideretiketten untersucht worden waren, erstellten die Schüler/innen eine Liste mit Produktionsstätten ihrer Kleidung. Dabei wurden erste Schwerpunkte in Asien notiert.

Anschließend befasste sich die Klasse mit dem Thema „Baumwollanbau“. Dabei stand im Mittelpunkt, inwiefern dieser eine Chance für die Produzenten bietet, aber auch welche Gefahren damit verbunden sind.

Sehr überrascht zeigten sich die Schüler dann über die umfangreichen Transportwege, die ein einzelnes T-Shirt oder eine Jeans vom Baumwollproduzenten bis zum Kunden benötigt. Denn die Weiterverarbeitung der Rohbaumwolle erfolgt meist an völlig unterschiedlichen Orten. Die dadurch anfallenden Transportkosten inklusive Umweltkosten stellen aber nur einen Kritikpunkt innerhalb der Textilerzeugung dar. Parallel dazu lösten die Arbeitsbedingungen in der Textilproduktion große Betroffenheit aus. Dass Gleichaltrige z. B. in Bangladesh keinerlei Chance auf Bildung haben, sondern vielmehr von Beginn an den ausbeuterischen und menschenverachtenden Bedingungen der Textilfabriken unterworfen sind, war ihnen vorher nicht bewusst.

Diese Arbeitsbedingungen waren dann auch ein Schwerpunkt bei der Exkursion der Klasse nach Augsburg. Sowohl bei einer Führung im Textilmuseum als auch beim anschließenden Besuch des Eine-Welt-Ladens wurden die Schüler damit konfrontiert, welch hohen Preis die Erzeuger- und Herstellerländer für unseren Textilkonsum zahlen. Sollte dann der europäische Konsument aber den Willen haben, nachhaltig einzukaufen, steht er vor dem Problem, welchen Siegeln er trauen kann.

Dass neue Wege in der Textilproduktion jedoch durchaus gegangen werden und der kritische Käufer durchaus Alternativen finden kann, zeigte sich beim abschließenden Besuch der kleinen Firma degree, die von einem ehemaligen Schüler vor fünf Jahren gegründet wurde und inzwischen eine gefragte Marke v. a. bei jungen Menschen ist. Hier wird sehr viel Wert auf nachhaltige Produktion gelegt.

Nach diesem informativen Tag werden die Schüler sicherlich bewusster im Umgang mit ihrem Kleiderschrank sein.

Ulrike Kolper-Christl