Wenn ein Roman die Bühne erobert

Groß war die Vorfreude bei unseren Schülerinnen und Schülern der 5. Klassen, als sie schon am dritten Tag nach den Weihnachtsferien gemeinsam ins Theater Augsburg fahren durften. Diese schöne Schultradition wurde auch dieses Jahr beibehalten, zumal im Martini-Park als Familienstück Michael Endes Klassiker „Momo“ in einer modernen Inszenierung zur Aufführung gebracht wurde. Parallel zum Theaterbesuch wird dieses philosophische Märchen in einigen Klassen in seiner Romanform im Deutschunterricht auch als Lektüre gelesen. Umso gespannter harrten die jungen Zuschauer darauf, wie die fantastischen Momente auf der Bühne umgesetzt werden würden. „Wird eine echte Schildkröte mitspielen?“, fragte Saskia aus der 5c neugierig im Vorfeld. Hoch konzentriert erlebten dann die jugendlichen Zuschauer mit, wie das kleine Mädchen Momo, mit der Gabe des guten Zuhörens ausgestattet, die Herzen der Stadtbewohner erobert, Streit schlichtet und Feinde versöhnt. Doch als die Grauen Männer, die Angestellten der Zeitsparkasse, alle Erwachsenen einnebeln - mit falschen Effizienzversprechen und E-Zigaretten, beben die Schülerinnen und Schüler mit. Klare Kinderstimmen aus dem Publikum entlarven die in perfektem Pink gestylte Puppe als hohle Attrappe einer echten Freundin. Warnrufe aus dem Zuschauerraum helfen Momo, ihren unerbittlichen grauen Verfolgern zu entkommen. Und erlösender Jubel tost, als Momo ihren Siegeszug vollendet und in einer Lichtdusche aus flitterndem Glitter über die Grauen Männer triumphiert.

Michael Endes Momo ist auch in der Augsburger Bühnenversion ein geeignetes Stück, das zum Nachdenken anregen kann und soll. Die Aufführung hat dieses Ziel für die Schülerinnen und Schüler unseres Gymnasiums ohne Zweifel erreicht.

Ulrike Lampart