Physikerfahrt ans Technologiezentrum Augsburg

Die diesjährige Physikfahrt für interessierte Oberstufenschüler fand am Freitag, den 6.10.2017 statt. Ziel war zunächst die Carbonausstellung am TZA (Technologiezentrum Augsburg) nahe der Physikalischen Fakultät der Universität Augsburg. Carbonfasern und die daraus hergestellten Faserverbundwerkstoffe sind extrem stabil und gleichzeitig sehr leicht. Anwendung finden sie daher zum Beispiel im Fahrzeugbau (Autos, Fahrräder), in der Luft- und Raumfahrttechnik oder in der Sportbranche.

In unserer Führung erfuhren wir zunächst etwas über den sehr aufwändigen Herstellungsprozess der Fasern und die Weiterverarbeitung, die z.T. dem Weben in der Textilindustrie ähnelt. Außerdem überzeugten wir uns von dem unglaublich kleinen Gewicht eines Fahrrades aus Carbonfasern (das Rad konnte man leicht mit dem Zeigefinger anheben). Auch eine Carbongeige und ein Carbonhängesessel mit integriertem Lautsprecher waren ausgestellt.

Nach der ca. einstündigen Führung ging es weiter zu einem Vortag von PD Dr. Thalhammer über die Nanotechnologie, die sich mit der Erforschung kleinster Partikel in Nanometergröße beschäftigt. Ein Nanometer ist ein Millionstel Millimeter. Ein Teilchen in Nanometergröße verhält sich zur Größe eines Tischtennisballs etwa so wie ein Tischtennisball zur Größe der Erde. Nach einer kurzen Einführung stellte uns Hr. Thalhammer verschiedene Einsatzmöglichkeiten der Nanotechnologie vor. Nanometerkleine Partikel finden sich derzeit schon z.B. in der Kosmetikindustrie (Sonnencremes, Zahncreme) oder auch in der Oberflächenbehandlung von Textilien, hier wird vor allem der bekannte Lotuseffekt genutzt, aufgrund dessen Wasser optimal an der Oberfläche abperlt.

Eine Plastikflasche mit Nano-Titandioxid-Partikeln faszinierte uns sehr, denn die festen Partikel in der Flasche verhielten sich genauso wie eine Flüssigkeit. Zudem gab es Sand zu bewundern, der auf eine Wasseroberfläche gestreut bewirkt, dass ein ins Wasser getauchter Finger nach dem Wasserbad komplett trocken bleibt. Auch in der Krebstherapie wird die Nanotechnologie schon eingesetzt um z.B. Hirntumore zu behandeln.

Für naturwissenschaftlich interessierte Schüler war dies auf alle Fälle eine lohnende Fahrt, auf der Vieles geboten wurde, was weit über den Schulunterricht hinausgeht.

Stefanie Hammerl / Astrid Schmid