Naturwissenschaftlich-technologisches, Sprachliches und Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliches Gymnasium mit sozialwissenschaftlichem Profil

Fachbereich Religionslehre

Der Religionsunterricht ist an den Gymnasien in Bayern ordentliches Lehrfach. Sofern für das betreffende Bekenntnis Religionsunterricht angeboten wird (am Gymnasium Friedberg in katholischer und evangelischer Religionslehre), ist er für die bekenntnisangehörigen Schülerinnen und Schüler Pflichtfach. Allerdings haben die Erziehungsberechtigten das grundgesetzlich garantierte Recht, ihre Kinder vom Religionsunterricht abzumelden. Gemäß der Schulordnung für die Gymnasien in Bayern muss die Abmeldung vom Religionsunterricht schriftlich und spätestens am letzten Unterrichtstag des Schuljahres mit Wirkung ab dem folgenden Schuljahr erfolgen. Sie gilt für die gesamte Dauer des weiteren Schulbesuchs, solange sie nicht widerrufen wird.

Anstelle des Religionsunterrichts ist für alle nicht am Religionsunterricht teilnehmenden Schülerinnen und Schüler Ethik Pflichtfach.

Auf schriftlichen Antrag der Erziehungsberechtigten werden Schülerinnen und Schüler, die keiner Religionsgemeinschaft angehören, zur Teilnahme am Religionsunterricht eines Bekenntnisses als Pflichtfach zugelassen, wenn die entsprechende Religionsgemeinschaft zustimmt und schulorganisatorische Gründe dies ermöglichen. Dies gilt auch für Schülerinnen und Schüler, für deren Religionsgemeinschaft Religionsunterricht als ordentliches Lehrfach nicht eingerichtet ist; in diesem Falle ist dem Antrag die Zustimmung dieser Religionsgemeinschaft beizufügen. Für die Wirkung ab dem folgenden Schuljahr muss der Antrag der Schule spätestens am letzten Unterrichtstag des Schuljahres vorliegen. Die Zulassung gilt für die Dauer des Besuches der betreffenden Schulart, soweit die Zustimmung nicht widerrufen wird. Mit der Teilnahme am Religionsunterricht entfällt die Pflicht zum Besuch des Ethikunterrichts.

Katholische Religionslehre

Der Augsburger Weihbischof Dr. Dr. Anton Losinger stellte anlässlich der Firmung 2009 in Ottmaring die Frage, warum ein junger Mensch heutzutage die Firmung brauche. Seine Antwort beantwortet zugleich die Frage, warum man heute Religion braucht:

"Weil die Welt, in die diese kostbaren jungen Leute von heute hineingehen, ungemein unübersichtlicher, schwieriger und gefährlicher geworden ist. Und wer immer auch nur einen ausgeschlafenen Blick auf die Lebensrealität der Zukunft realisiert und anschaut, was heute an Erwartungen auf diese jungen Leute zukommt, und was auch an Schlaglöchern, an Gefahren, an Problemen auf diesem Lebensweg erscheint, der muss sagen, ja Gott sei Dank gibt es diese gute, heilende, stärkende Kraft des heiligen Geistes."

Im katholischen Religionsunterricht erschließen die Schüler einen religiösen Zugang zur Wirklichkeit, entwickeln tragfähige Lebensperspektiven, gewinnen Identität und Toleranz, die auf Überzeugungen beruht, also ganz wesentliche Bildungsgüter für ein friedliches Zusammenleben.

"Was es in einer Gesellschaft an Überzeugungen und Werten gibt, speist sich im ganz Wesentlichen aus Religion."

Norbert Lammert

Evangelische Religionslehre

Die Entdeckung der Freiheit ist eine ebenso wichtige Errungenschaft der Reformation wie die Erkenntnis Martin Luthers, dass der Einzelne in gemeinschaftlichen Bezügen lebt.

Im evangelischen Religionsunterricht sollen die Schüler einerseits die Grundlagen und die verschiedenen Formen des Christentums kennenlernen und sich andererseits mit der eigenen Lebenswirklichkeit und den Herausforderungen der modernen Gesellschaft beschäftigen. Nicht zuletzt werden in dem Fach andere Religionen und die Auswirkungen von Religion auf die jeweilige Praxis reflektiert.

Ziel des evangelischen Religionsunterrichts ist, die Schüler zur kritischen und konstruktiven Teilnahme am religiösen und ethischen Diskurs in der Gesellschaft zu befähigen.

"Ein Christenmensch ist ein freier Herr über alle Dinge und niemandem untertan."

Martin Luther

Die Fachschaften Evangelische und Katholische Religionslehre arbeiten in gutem ökumenischen Miteinander zusammen. So werden nicht nur regelmäßig gemeinsame Fachsitzungen abgehalten, sondern es finden auch andere vielfältige ökumenische Aktivitäten, wie Gottesdienste, Frühschichten, etc. statt.